Dr. Annette Herz,
Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI),
Institut für Biologischen Pflanzenschutz,
Heinrichstr. 243, 64287 Darmstadt,
Tel. 06151-407236, Fax 06151-407290
Email


Prof Dr. Ralf-Udo Ehlers
e-nema Gesellschaft für Biotechnologie
und biologischen Pflanzenschutz mbH,
Klausdorfer Str. 28-36, 24223 Schwentinental,
Tel. 04307-82950, Fax 04307-829514
Email

 

 

Arbeitskreis Nutzarthropoden und Entomopathogene Nematoden

Die 29. Tagung des DPG&DGaaE-Arbeitskreises fand am 30. November und 1. Dezember 2010 im Julius-Kühn-Institut in Berlin-Dahlem, Königin-Luise-Str- 19, 14295 Berlin statt.

EINLADUNG ZUR 30. TAGUNG DES ARBEITSKREISES

Die 30. Tagung des DPG&DGaaE-Arbeitskreises „Nutzarthropoden und Entomopathogene Nematoden“ findet am 29  und 30. November 2011 an der Forschungsanstalt Geisenheim, Von-Lade-Str. 1, 65366 Geisenheim statt. Gastgeber sind Frau Prof. Dr. Annette Reineke und ihre Kollegen und Kolleginnen auf dem Campus Geisenheim.

Das Anmeldeformular finden Sie auf Seite 2 der Einladung.

Allgemeines zum Arbeitskreis:

Der Arbeitskreis wird sowohl von der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie als auch von der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft getragen. Die Kurzfassungen der Beiträge werden in den DGaaE-Nachrichten und in Phytomedizin veröffentlicht. Der Arbeitskreis, der jährlich tagt, verzeichnet regelmäßig zwischen 30 und 50 Teilnehmer.

Diskussionsthemen: Biologie, Verhalten und Erfassung von Nützlingspopulationen im Feld, Verfahren zur Schonung,Förderung und Massenausbringung von Nützlingen, Entomopathogene Nematoden.
Der Einsatz von Nützlingen hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Während es vor 1980 noch keine Unternehmen zur kommerziellen Massenzucht in der Bundesrepublik Deutschland gab, produzieren bzw. vetreiben heute 12 Firmen rund 60 verschiedene Nutzarthropoden und 3 Arten entomopathogene Nematoden zum Einsatz im biologischen Pflanzenschutz.


Erklärung der Mitglieder des Arbeitskreises "Nutzarthropoden und Entomopathogene Nematoden"

Am 20. und 21. November 2007 trafen sich ca. 30 Fachleute zur 26. Arbeitstagung des Arbeitskreises "Nutzarthropoden und Entomopathogene Nematoden" der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising. Anlässlich dieser Tagung wurde die nachfolgende Erklärung verfasst.

Der biologische Pflanzenschutz gehört zu den wichtigsten Bausteinen des integrierten Pflanzenschutzes im Gartenbau, aber auch im Feldbau, im Hopfenanbau und im Forst. Insbesondere im ökologischen Landbau, wo nur ein begrenztes Spektrum von Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung steht, verdienen biologische Abwehrverfahren besondere Aufmerksamkeit.

Biologische Verfahren gelten als weitestgehend ökologisch verträglich und leisten einen großen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität in agrarischen Ökosystemen. Hierzu seien das Jahr der Biodiversität 2008 in der EU und die UN-Biodiversitätskonferenz im Mai 2008 in Bonn angemerkt. Die Weiterentwicklung und Anwendung biologischer Verfahren treffen zudem die Ziele des Reduktionsprogramms chemischer Pflanzenschutz und der aktuellen Pflanzenschutzpolitik der EU, da nicht nur die Reduktion der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel sondern ausdrücklich die Anwendung von Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz gefordert werden.

Dies erfordert eine starke Forschung und intensive Beratung. Deutschland kann dabei auf eine großartige Tradition zurückblicken. Im Rahmen einer sehr abgestuften Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren (BBA, Universitäten, Pflanzenschutzdienste und Firmen) hat sich ein effizientes Netzwerk entwickelt, das allerdings gegenwärtig zusammenzubrechen droht. Die Mitglieder des Arbeitskreises Nutzarthropoden und Entomopathogene Nematoden der DPG und DGaaE sind besorgt über die abnehmenden Kapazitäten auf dem Gebiet der Forschung und Beratung zu Nützlingen und zum biologischen Pflanzenschutz. Sie appellieren, die Forschung auf diesem Gebiet wieder voranzutreiben, um die Anwendung biologischer Verfahren deutlich zu stärken und das Verständnis und die Ausnutzung natürlicher Regelmechanismen in agrarischen und forstwirtschaftlichen Ökosystemen zu verbessern. Nur so hat der biologische Pflanzenschutz eine Zukunftsperspektive.

Um die Forschung zu intensivieren, sind mehr Finanzmittel für Projekte und weitere Stellen insbesondere am Julius Kühn-Institut, an den Hochschulen und auch Landeseinrichtungen bereitzustellen und der wissenschaftliche Nachwuchs zu fördern. Dazu sind Förderschwerpunkte zum biologischen Pflanzenschutz bei der DBU, im BMELV, bei der DFG und der EU zu etablieren. Insbesondere müssen die Universitäten wieder eine „Zugpferdfunktion“ einnehmen. Um die Beratung zu aktivieren, sind entsprechende Stellen bei den Pflanzenschutzdiensten der Länder zu schaffen und die Zusammenarbeit mit Nützlingsproduzenten und anderen Beratungsdiensten zu verbessern.

Die Mitglieder des Arbeitskreises sehen besonderen Bedarf, die Forschung auf folgenden Gebieten zu aktivieren, wobei angesichts der komplexen Zusammenhänge und komplizierten Verfahren längere Laufzeiten von Projekten gefordert werden:

  •     Aufklärung der Zusammenhänge zwischen natürlicher Regulation, Diversität und chemischem Pflanzenschutz in agrarischen Ökosystemen und Ableitung von Leitbildern,
  •     Gegenspieler zu eingeschleppten Schaderregern, da wir uns nicht nur auf chemische Abwehr verlassen können (mitgebrachte Resistenzen),
  •     Aufklärung der trophischen Wechselwirkungen zur effizienten Nutzung von Arthropoden im Rahmen eines integrierten Managements,
  •     Nutzung biologischer Verfahren im Freiland,
  •     Unterstützung des Zulassungsverfahrens biologischer Mittel insbesondere der Antragssteller durch Risikoforschung (Biosicherheit),
  •     Ökonomische Bewertung und tragfähige finanzielle Stimulierung neuer biologischer Verfahren bei ihrer Einführung und Anwendung.


Die Mitglieder des Arbeitskreises sind gern bereit, an der Erarbeitung von entsprechenden Forschungs-, Entwicklungs- und Überführungsprogrammen mitzuwirken.

Der AK wird gemeinsam mit der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft geführt.